Karnismus - Warum wir Tiere essen


Da ich mich für die Psyche des Menschen interessiere, ist die Entstehung und Bedeutung von Karnismus für mich ein interessantes Thema.

Der Begriff selbst wurde von der Psychologie- und Soziologieprofessorin Melanie Joy geprägt. Sie beschreibt den Karnismus als ein unsichtbares und unbewusstest System von Überzeugungen, welches Tiere in "essbare" und "nicht essbare" Lebewesen unterteilt.
Charakterisierend ist, den Fleischkonsum als natürlich, notwendig und normal zu deklarieren. Durch die so erlernte Apathie, neigen Fleischfresser dazu, sich von dem Mitgefühl den Tieren gegenüber zu distanzieren und rechtfertigen den Verzehr mit Argumenten. Man versucht quasi sein Gewissen auszutricksen indem man sich in die kognitive Dissonanz begibt. In dieser Haltung werden Entscheidungen und Handlungen über die eigenen Wertvorstellungen gesetzt. Kaum einer möchte z.B. das ein Hund leidet weil es ethisch nicht richtig ist. Man entwickelt ja meist auch Empathie für die Tiere mit denen man zusammen lebt oder die man eben als "wertvoller" ansieht (siehe auch Speziesismus). Bei "Nutztieren" wird diese Grundhaltung aber gänzlich ausgeschaltet um gewissenlos Tiere konsumieren zu können. 

Ein ebenfalls weit verbreiteter Irrglaube des Karnismus, ist der Glaube an die freie Entscheidung. Viele Fleischfresser sagen ja, dass sie sich nicht vorschreiben lassen was sie essen sollen. Aber ist es wirklich ihre freie Entscheidung gewesen Tiere zu konsumieren? Ist es nicht viel mehr so, dass wir von klein auf darauf konditioniert wurden? Das man uns schon immer gesagt hat, was wir essen sollen? Ist das Hinterfragen und Ändern der vorgelebten Gewohnheit nicht ehr eine freie Entscheidung? 

Sehr schön nachlesen kann man das auch in dem Buch von Melanie Joy Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung*, welches ich nur empfehlen kann.

Noch relativ frisch ist auch ihr Video bei Youtube. 




P.S: Sicher werden wir alle irgendwo bei irgendwas beeinflusst. Das hat eine Gesellschaft eben so an sich, gerade im Bereich des Konsums. Aber sollten wir nicht dennoch das Gute vom Schlechten unterscheiden lernen?




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