Vegan FAQ


 Die Bedeutung des Veganismus

Als vegan lebender Mensch meidet man alle Produkte tierischen Ursprungs, d.h. Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig. Aber auch Leder, Schafswolle, Daunen, Seide, Pelze, sowie an Tieren getestete Produkte, die man hauptsächlich im Hygiene- und Medizinbereich findet. Tiere, die rein zu Unterhaltungszwecken gehalten und ausgebeutet werden, werden von den meisten Veganern ebenfalls gemieden, wie es z.B. im Zirkus der Fall ist. Über Haustiere lässt sich streiten.


Das Wort „Vegan“?

Der Begriff wurde im Jahre 1944 von Donald Watson und einer Gruppe Leute erfunden. Diese bezeichneten sich zuvor als non-dairy vegetarians.

Die rein pflanzliche Lebensweise hatte ihren Ursprung aber schon vor gut 2500 Jahren. Erste Aufzeichnungen dazu findet man in den Lehren des Pythagoras und seiner Anhänger. Für sie waren Tiere und Menschen eng miteinander verwandt. Später folgten noch Plato, Epikur und Plutarch. Sie alle entschieden sich für eine pflanzliche Ernährung und lehnten auch religiöse Tieropfer ab.

Veganismus ist also keinesfalls ein neumodischer Trend, sondern im Laufe der Jahrhunderte für viele Menschen eine fest verankerte Lebensweise.


Warum vegan?

Das könnte man jetzt in einem mehrseitigen Aufsatz beantworten und über die gesundheits- und umweltfördernden Aspekte der rein pflanzlichen Lebensweise schreiben. Dazu wird es aber noch genug Artikel geben.

Die kürzeste Antwort ist einfach „Empathie“.

Die Mehrzahl der Menschen, die ich kenne, kann es schlichtweg nicht ertragen oder dulden, wenn vor ihren Augen ein Tier gequält oder getötet wird. Vermutlich würden viele von ihnen instinktiv einschreiten und dem ein Ende bereiten. Ganz einfach weil sie wissen, dass das Tier leidet und es nicht richtig ist. Sie können sich, bewusst oder unbewusst, in die Lage des Tieres hineinversetzen.

Bei der Ernährung selbst sieht das leider etwas anders aus. Man sieht das leidende Tier nicht. Was da auf den Tellern liegt ähnelt einem Tier nicht einmal mehr. Darum erkennen die Meisten nicht mehr den Zusammenhang zwischen dem Tier, das sie retten würden und dem was sie gerade essen wollen. Interessant dürften hier auch die Artikel zum Speziesismus und Karnismus sein.

»Das Wenige, das du tun kannst, ist viel – wenn du nur Schmerz und Weh und Angst von einem Wesen nimmst.« Albert Schweitzer


Sehr schön passt auch das Video von EVOLVE Campaigns.





Die Angst einer Mangelerscheinung

Mangelerscheinungen werden einem immer mal wieder vorgeworfen. Wer von den eingefleischten Pflanzenfressern kennt es nicht - Die Angstmache der Mangelerscheinungen - ob von Familie, Freunden, Medien, Ärzten oder der Gesellschaft allgemein. Sobald man beschließt Tiere nicht mehr ihrer Rechte zu berauben und sie gänzlich vom Speiseplan zu nehmen, ist man meist automatisch ein mangelernährtes Individuum und sieht irgendwie krank aus.

Der Markt ist voller Nahrungsergänzungsmittel. In jeden Supermarkt oder Drogerie gibt es einen eigenen Bereich dafür. Als Omnivor fällt es einem nicht sonderlich auf. Aber sobald man von der Gesellschaft mit den üblichen Mangelerscheinungen von Veganern und Vegetariern konfrontiert wird, denkt man sich nur: „What?! Diese ganzen Pillen für eine ehr kleinere Gruppe Leute?“ Niemals!“ Die Regale der Nahrungsergänzungsmittel wurden auch nicht eigens für Pflanzenfresser gemacht ;-)

Bleiben wir also mal realistisch. Mangelerscheinungen können bei jeder einseitig behafteten Ernährung auftreten, so wie bei Menschen mit Resorptionsstörungen oder ähnlichen. Und natürlich auch bei rein pflanzlicher Ernährung. Wichtig ist einfach, dem Speiseplan genügend Abwechslung zu bieten um einem Mangel vorzubeugen. Und an Abwechslung mangelt es nun wirklich nicht in der Welt der Vielfalt.

Wichtiges zu den Nährstoffen erfahrt ihr hier.



Vegane Ernährung ist abwechslungsreich
Pflanzliche Ernährung ist sehr abwechslungsreich


Ist Veganismus eine Religion?

Das kann ich ziemlich eindeutig mit „NEIN“ beantworten. Laut Wikipedia ist eine Religion der Glaube an einen oder mehrere Götter und die damit verbundene Praxis in Kult und Lebensformen.

Vegan zu leben ist nach wie vor eine Lebensweise, ebenso wie als Omnivor lebender Menschen. Es geht dabei darum einen möglichst kleinen Fußabdruck in der Welt zu hinterlassen und Leid bei Tier und Mensch zu vermeiden.


Sind Veganer die besseren Menschen?

Auch das beantworte ich mit „NEIN“. Natürlich vermeidet man bewusst Leid bei den Tieren und unterscheidet sich dabei schon sehr von Menschen denen dieses Leid vielleicht noch nicht einmal bewusst ist oder die es absichtlich ignorieren. Aber es gehört weit mehr dazu ein guter Mensch zu sein als Tiere zu schützen. Es erschreckt mich auch immer wieder wie viele Veganer doch im Grunde eine recht aggressive und teils rassistische Grundhaltung haben gegen andere. Das hat für mich auch wenig mit Veganismus zu tun, denn dieser schließt das Wohl aller Lebewesen ein. Der Gedanke, sich für etwas Besseres zu halten, ist das genaue Gegenteil davon. Natürlich muss man nicht alles und jeden mögen, aber man sollte es auch nicht verallgemeinern.

Ist Veganismus eine Diät?

Momentan gibt es einen regelrechten Hype im Bereich der pflanzlichen Ernährung. Es gibt mittlerweile massig Bücher und Beiträge und die Prominenz lässt es teils auch so aussehen, als wäre vegan gerade die neue Trenddiät. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass das Thema mehr in den Vordergrund gerückt wird. Leider geht der Grundgedanke dabei viel zu oft verloren. Wie schon oben geschrieben ist Veganismus eine Lebensweise, die sich darauf beruft möglichst geringen Schaden und Leid zu verursachen. Die Ethik steht dabei an erster Stelle. Selbstverständlich hat eine pflanzliche Ernährung bei richtiger Anwendung auch eine sehr positive Auswirkung auf den Körper. Je nachdem welche Nährstoffe man bevorzugt konsumiert, kann man damit auch abnehmen oder zunehmen. Eine Diät ist Veganismus aber nicht.

Ist veganes Essen teuer?

Das kommt ganz darauf an, was man wie zu sich nimmt. Es gibt natürlich auch hier viele Fertigprodukte mit unterschiedlichen Preisen. Wer Zeit hat selbst zu kochen und lieber frische Zutaten verwendet, der kommt auch mit kleinem Geldbeutel gut aus. Wer nicht gerade Bio kauft, kann ebenfalls mit weniger Geld auskommen. Ich selber habe keinen wirklichen Unterschied zu vorher gemerkt. Ich kaufe gerne Bio Produkte und auch ab und zu mal ein Fertiggericht wenn ich weniger Zeit oder Lust habe groß zu kochen.

Sport und vegan, geht das denn?

Ja das geht, sogar sehr gut. Gerade im Ausdauerbereich liest man immer wieder dass viel auf pflanzliche Ernährung gesetzt wird. Es ist für den Körper leichter zu verdauen und kostet ihm weniger Energie es zu verdauen bzw. im Körper zu verarbeiten, und macht einen somit, gerade bei größerer Anstrengung, leistungsfähiger.

Auch im Bereich des Muskelaufbaus gibt es positive Auswirkungen und auch jede Menge vegane Bodybuilder. Wichtig ist zu wissen: Was braucht der Körper/Muskel und wo bekomme ich es her? Nachlesen könnt ihr dazu etwas in dem Post Muskelaufbau als Veganer. Ich kann nur von mir sagen, dass mein Muskelaufbau sehr gut funktioniert obwohl ich kein sooo großer Sportler bin und auch nicht penibel darauf achte, das immer alle Nährstoffe zugeführt werden. Aber das übliche Training zeigt dennoch seine Wirkung. 





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